Vor einigen Jahren stahl der Erzmagus Phylax der Seherin-Göttin Nikta ihr welkendes Auge. Seitdem ist der Kreislauf zerbrochen: Frühling herrscht ohne Ende, ein Überfluss, der zugleich fruchtbar und bedrohlich ist. Wälder wuchern, Flüsse schwellen, das Witherwild dehnt sich aus – wild, schön und tödlich.
Im Schatten von Haven, dem Reich der Menschen, wächst Widerstand. Denn Haven beutet Natur und Götter gleichermaßen aus: Felder werden zu Monokulturen, Dörfer geräumt, heilige Orte entweiht.
Einer dieser Orte ist Blütenruh, ein kleines Dorf am Rand des Welkwaldes. Hier ruht das erste Wurzelherz, ein uraltes Artefakt, das einst mit der Gottheit Thalen verbunden war.
Vier Gestalten trafen hier aufeinander:
- Ranri, der Simia-Barde, dessen Lied das Herz erweckte und an ihn band.
- Violetta, eine junge Magierin aus Haven, die sich im letzten Moment gegen ihre Meister stellte.
- Gammabunta, der wandernde Mönch, getragen von einer rätselhaften Prophezeiung.
- Erebus, der Wächter, dessen Gott verstummte, als das Herz verschwand.
emeinsam stellten sie sich einem Haven-Trupp unter dem Magier Kaelion. Nach einem Ultimatum, brennenden Scheunen und vorbereiteten Fallen kam es zur Schlacht: Dorfbewohner kämpften Seite an Seite mit den Helden. Kaelion fiel, doch beschwor zuvor ein Feuerelementar, das den heiligen Baum und weite Teile des Dorfes versengte.
Blütenruh wurde halb zerstört, doch die Menschen gaben ihr Dorf zu ihren Bedingungen auf. Sie flohen mit Vorräten, Wagen und Hoffnung – nicht als Besiegte.
Die Wochen danach waren frustrierend: kleine Scharmützel, mühsame Fortschritte, kaum Kontakt zum Widerstand. Doch das erste Herz pocht nun in Ranri, und seine Bedeutung ist größer, als irgendwer versteht. Denn die Wurzelmütter flüstern von weiteren Artefakten – einer Kette, die mächtige Wesen erwecken oder die Welt ins Gleichgewicht zurückführen könnte.
Und so beginnt die Suche: zwischen Flucht und Widerstand, zwischen Hoffnung und Überfluss, zwischen den Stimmen des Mycelnetzes und dem Schweigen der alten Götter.